№ 0727: daniela katzenberger ….

26. Januar 2012 by admin

kommt in diesem Gedicht nicht vor - obwohl ich grundsätzlich geradlinige Menschen wie sie mag:
Frisch, offen & ein wenig frech.
Da kann man über den Kunstbusen hinwegsehen.

Ein Gedicht über DK wird noch auf sich warten lassen.
Lesen sie doch einstweilen die anderen Gedichte hier in diesem Blog.
Danke.

№ 0056: orientalisches I

3. Januar 2012 by admin


es sprach der scheich zum grosswesir:
fünf neue frauen hab ich hier
die erste näht und flickt die kleider
die zweite schön, doch unnütz - leider
die dritte kocht mir schwarzen tee
die vierte präpariert’s buffet
die fünfte aber ist ganz dreist
weil ständig sie die tür mir weist
drum schaff’ mir flugs ‘ne sechste her
sonst wird das leben mir zu schwer!

der wesir bleibt stumm und denkt:
wie klug das schicksal es so lenkt:
frau’n eins bis vier sind pflegeleicht
bei fünf er nie etwas erreicht
statt sich mit einer zu bescheiden
muss er jetzt unter fünfen leiden!
und jede weit’re das ist klar,
macht es nur schlimmer als es war.
jedoch er spricht: sehr wohl mein herr,
ich werde entsprechen dem begehr.

auf zum basar mit frohem mut
er sich sodann begeben tut.
dort sucht er aus die schönste maid
gazellengleich, im glitzerkleid
mit hellem lachen, wortgewandt
wie er nach umfangreicher prüfung fand.
sie ward dem sultan angetraut
und “ab!” gings mit der neuen braut.
vergessen war’n die alten sorgen:
er fand kaum schlaf - bis in den morgen!

so trieb’s der sultan tagelang
bis eines tags der ruf erklang:
der sultan ist dahingeschieden!
trauern soll’n alle die ihn liebten.
der wesir wiegt leicht den kopf
und denkt: so ging er hin, der tropf!
hätt ich - auch vorsichtig - gemahnt
und vor den folgen ihn gewarnt
hätt er mit strafe mich bedacht,
vielleicht, noch schlimmer, ausgelacht!

die ironie des schicksals war
was kurz danach am hof geschah:
den wesir die witwe freite …
in freuden leben sie noch heute.

DATE: 06/19/2004 02:39:58 PM AUTHOR: wvs

№ 0057: robotisches I

3. Januar 2012 by admin

DATE: 06/20/2004 00:03:48 AM AUTHOR: wvs

Donnerstags, so gegen fünf, geschah
- in Kassel - was noch niemand sah:
Ein Lichtblitz, dumpfes Donnergrollen,
Rauch, aus dem Nichts hervorgequollen.

Und als der Rauch verschwunden war
stand, silbrig glänzend, etwas da:
Ein Kegel mit Tentakeln dran
viel grösser als ein Durchschnittsmann.

Der Anblick schreckte Fahrer sehr
ein Stau entstand, und noch viel mehr
passierte rund um diesen Ort,
wer laufen konnte lief schnell fort.

Die Gegend war schnell menschenleer
rund um den fremden Roboter,
der, nach ‘ner halben Schrecksekunde
drehte eine kleine Runde.

Um dann in grösser werdend’ Kreisen
- sich bewegend wie auf Gleisen -
in Fahrt kam, Richtung Innenstadt:
dabei macht er zwei Autos platt!

Die Tentakeln angelegt
er so entlang die Strasse fegt.
Man wich ihm aus, so gut man konnt’
vermied, dass man ihm nahe kommt.

Der Ruf nach Obrigkeit ward laut,
doch keiner hat sich recht getraut
dem Ungetüm Einhalt zu bieten,
vielmehr ward sein Pfad gemieden.

Als schliesslich bremst der Ausserird’sche
vor’m Rathaus, neben einer Kirche,
ein Kreis von Gaffern sich ergibt
weil mancher Mensch besond’res liebt …

Zuckt die Maschine führt das gleich
dazu, dass laut die Menge kreischt,
nach hinten sich zu retten sucht,
so mancher dabei heftig flucht.

Die Neugier übermächtig ist.
Man diskutiert, mit welcher List
das ausserird’sche, fremde Ding
zu packen wäre, wenn es ging.

Doch plötzlich Stille, atemlos,
als der Roboter spricht d’rauf los:
“Ich bin vom Stern Andromeda,
und komm in Frieden” - nichts geschah!

Ein kleiner Knirps, vielleicht fünf Jahr’
verlässt der Menschen grosse Schar
und stapft auf die Maschine zu,
spricht, laut vernehmlich, ganz in Ruh:

“Wer ist Dein Vater, Deine Mutter?”
“Gibt’s auf Andromeda auch Butter?”
“Hast Du ‘ne Schwester und ‘nen Bruder?”
“Gibt es bei euch auch Babypuder?”

“Was willst Du hier, Maschinenwesen?”
und: “Bist Du schon ‘mal dagewesen?”
“Wie bist Du denn hierher geflogen?”
“Warum macht Dein Bauch ‘nen Bogen?”

“Ist bei Euch der Himmel blau?”
“Hast Du zuhause eine Frau?”
“Wird bei euch Kaffee getrunken?”
“Wenn Du gepupst, hat’s dann gestunken?”

“Ist Deine Haut aus Zuckerguss?”
“Wann ist bei Dir am Abend Schluss,
wann musst Du zu Bette geh’n?
“Gibt’s bei euch Zwerge oder Feen?”

“Wenn Du zuviele Bonbons isst
sagt man Dir dass Du kotzen wirst?”
“Hast Du ein Taschentuch dabei?”
“Essen die Babies bei euch Brei?”

“Gibt’s Engel auf Andromeda?”
“War schon der Osterhase da?”
“Bekommst Du auch ein Taschengeld?”
“Tut es weh wenn man hinfällt?”

“Wenn’s bei euch regnet nehmt ihr Schirme?”
“Magst lieber Apfel Du statt Birne?”
“Kennst Du das Einmaleins schon ganz?”
“Gibt’s etwas, das Du singen kannst?”

Es sprudelt rasch der Fragen Fülle,
rund um den Knaben ist es stille.
Der Robot scheint ganz ungerührt,
doch ein Vibrieren man jetzt spürt.

Zunächst noch steht der Robot stumm,
doch dann ertönt ein laut’ Gebrumm,
die Oberfläche leuchtet heller,
die Tentakeln dreh’n sich schneller,

ein lautes Kreischen tönt sodann
- hat in den Ohren weh getan -
sehr langsam hebt er ab vom Grund
und Worte spricht Maschinenmund:

“Ein Ort des Grauens ist die Erde,
damit ich nicht ganz irre werde,
bei so viel Fragen, ohne Ende,
auf die ich nicht die Antwort fände,

will schnell dem Orte ich entflieh’n
auf meinen Weg nach Hause geh’n!”
Sprach’s - und zischte steil nach oben,
ist himmelwärts davongestoben.

Ganz Kassel spricht von diesem Vorfall
und wie der Roboter verschwand im Weltall.
Vor so viel Fragen - welcher Graus -
nimmt selbst ein Roboter Reissaus!

№ 0058: ökonomisches I

3. Januar 2012 by admin

DATE: 06/18/2004 04:21:38 PM AUTHOR: wvs

Das Öl kam früher gleich in Fässer,
das war der Umwelt wegen besser.
Heut’ packt man es in große Schiffe,
und wenn die fahr’n auf fels’ge Riffe
gibt es ‘ne Riesenkathastrophe
(der Käptn liegt meist in der Poofe!).

Fässer, weil man’s so gewöhnt ist,
sind noch für die Berechnung Basis.
Darauf schlägt man was die Gesellschaft
so braucht, damit das Öl sie ranschafft.
Obendrauf ein Batzen Steuern
(auch “Öko” soll das ÖL verteuern).

Man sagt uns es sei ganz, ganz, wichtig
und viele Steuern wären richtig,
weil dann der Bürger erst erkennt
daß besser er zu Fuß rumrennt
anstatt im Auto rumzudüsen:
Wer’s nicht einsieht der muß büßen.

Drei Viertel von was wir bezahlen
bekommt der Staat - und bei den Wahlen
bekommen die, die uns so schröpfen
nur zehn Prozent aus allen Töpfen:
Weil aber sechs aus zehn nur wählen
uns also sechs Prozent so quälen!

Das ist Diktat von Minderheiten
die nicht nur heh’re Ziele leiten,
nein, sie beschaffen sich die Posten
die uns dann endlos Steuern kosten:
Die Dilettanten - ahnungslos -
wird leider man so schnell nicht los.

Die Sechs-Prozentler sagen schlau:
Wir berechnen ganz genau
wieviel vom Kohlendioxyd
man spart, wenn man die Bremse zieht,
beim Spritverkauf, durch hohe Steuern,
man muß es noch viel mehr verteuern!

Und während wir die Steuern zahlen
- in USA, kurz vor den Wahlen -
Herr Bush den Ölverbrauch erhöht
und zeigt, wohin es für ihn geht:
noch mehr Verbrauch, mehr schlimme Gase,
er macht uns eine lange Nase!

Den siebenfachen Schadstoffausstoß
der Preis ein Drittel* - was macht uns bloß
so dumm, den Grünen nachzulaufen,
man müßte sich die Haare raufen:
Ein Zehntel weniger bei uns,
in USA wird’s dann verhunzt!

Anstatt von unser’m Beispiel lernen
kann man sich dort nicht recht erwärmen
für Sparsamkeit beim Spritverbrauch
warum denn auch:
Wir zahlen und wir sparen hier
und nur den Grünen macht’s Pläsier!

In Boss, Armani, und auch ander’n
sieht man sie durch die Flure wandern:
So aufgemotzt sie Glauben machen
daß sie für “uns’re Umwelt” wachen!
Doch unter’m Schafspelz lugt hervor
des bösen Wolfes schwarzes Ohr!

* Umrechnungstabelle für Gallonen bitte im Internet suchen. In USA kostet eine Gallone Benzin ca. 2 US$. Das sind nach heutigem Umrechnungskurs €1,60 - für eine Gallone! Rechnen Sie selbst, wie sehr man uns schröpft!

№ 0070: Vom Schein

3. Januar 2012 by admin

DATE: 07/01/2004 08:25:42 PM AUTHOR: wvs

Ein Zehner hält ‘nen Fünfer an
- und sprach mit ernster Mine dann:
Bist nur die Hälfte, dummes Tier,
sogleich komm her und diene mir!
Der Fünfer ist vor Schreck ganz bleich
- und folgt wie’s ihm befohlen gleich.

Des Weg’s ein Fünziger nun kam,
hat folgendes laut kundgetan:
Ihr beiden seid, wenn man vergleicht,
recht nah bei’n'ander, wie mir deucht.
Drum müßt ihr fortan mich bedienen!
(Sie hörten’s mit bedrückten Mienen).
Doch folgten brav dem Fünfziger,
trotteten - wortlos - hinterher.

Als nun erschien auf dieser Szene
ein Tausender - mit stolzer Miene -
war’s um den Mut der Drei gescheh’n.
Man hört sie jammern, hört sie fleh’n:
O Tausender, Du stolzer Schein,
wir wollen ganz die Deinen sein,
befiehl , O Tausender, wir wollen
Dir alles, was Du brauchst, gleich holen,
beglücke uns mit Deiner Huld,
Güte, Allmacht und Geduld!

An diesem Bilde sehen wir
der “dickste” Schein regiert allhier!
Und manche uns’rer Zeitgenossen
sind vor Ehrfurcht schon zerflossen
allein der Größ’ des Scheines wegen:
Soll’n sie - haben meinen Segen!

№ 0075: “!”

3. Januar 2012 by admin

Ein
Tannen-
baum macht
sich wohl kaum
in dieser Jahreszeit.
doch bald ist’s wieder
soweit!

DATE: 07/10/2004 11:27:51 PM AUTHOR: wvs

№ 0087: geist & werbung

3. Januar 2012 by admin

warum, so frage ich mich häufig,
sind geist und werbung gegenläufig?
wer viel weiss ist sehr verdächtig,
die ängste sind wohl übermächtig.
die dummen triumphier’n im lande,
darum kommt hier auch nichts zustande.
wo früher geist und lebensart
man jetzt nur in die röhre starrt.
der dreisten werbung schenkt man glauben,
das seh’ ich mit entsetzten augen,
denn was zunächst als schnäppchen scheint
macht, daß der käufer später weint!
wenn “geiz” so “geil” für alle ist
die masse in der falle sitzt:
denn überteuert ist der rest
des sortiments - das steht ganz fest!
wo jedoch halbgebildete regier’n
fehlt’s auch der masse stets an hirn!

DATE: 10/02/2004 09:11:06 PM AUTHOR: wvs

№ 0170: Elektron

3. Januar 2012 by admin

DATE: 11/28/2004 02:59:10 AM AUTHOR: toomuch

Ein Elektron sauste herum
in seinem Orbitale;
sprang dann - mit Schwung -
auf die nächst höh’re Schale.

Das Proton sah es mit Verdruß,
dabei viel Angst verspürte:
Weil’s Neutron schwang
- und sehr viel Kraft versprühte.

Vom Proton hört das Elektron:
“Komm wieder her zu mir.”
Das Elektron schert sich nicht drum.
Es sprach: “Ich bleibe hier!”

Die schwache und die starke Kraft
sah’n sich das Schauspiel an:
Vereinten sich, viel Licht entwich,
Elektron runter kam!

So ist das alte Gleichgewicht
schon wieder hergestellt,
Nur das Elektron bebt und zürnt:
So ist’s in dieser Welt.

№ 0331: brechung (I)

3. Januar 2012 by admin

es spiegelt sich das sonnenlicht
in gläsernen objekten:
wenn sich das licht
dann darin bricht,
zerlegt’s sich zu reflexen.

DATE: 07/10/2005 11:12:21 PM AUTHOR: wvs

№ 0332: brechung (II)

3. Januar 2012 by admin

rot scheint’s zuerst im spektrum dir
orange folgt, das glaube mir,
gelb ist die dritte farbe dann,
als nächstes grün man sehen kann
gefolgt von blau, worauf wir gehn
zu violett, das leuchtet schön:
der regenbogen nur so scheint
wenn’s licht nicht ist zu “weiß” vereint …

DATE: 07/10/2005 11:26:21 PM AUTHOR: wvs