№ 0457 - 0460 von hirschen (I-IV)

Erstellt von admin am Sonntag 28. März 2010

№ 0460: von hirschen (IV) | 01/20/2006 | 09:04h

zwei hirsche stehn am waldesrand
und schauen übers hügelland

da kommt ein trecker angefahren
hat hinten noch zwei große wagen

ein hochsitz auf dem einen liegt
so schwer, daß sich der wagen biegt

der andere trägt ballen heu
ein wenig stroh liegt auch dabei

da sagt der kleine hirsch zum großen:
“bald werden sie ins horn hier stoßen

und suchen uns eins aufzubrennen
komm, kumpel, laß uns schnell wegrennen … ”

[des hirschen logik ist enorm
- so mancher mensch zeigt schlecht're form]


№ 0459: von hirschen (III) | 01/20/2006 | 03:33h

zwei hirsche stapfen durch den tann
der eine schaut den andern an:

du bist ein hirsch - ist dir das klar?
der andre sagt: ja, das ist wahr!

[die beiden haben die erkenntnis.
manch mensch staunt da - mit unverständnis ...]


№ 0458: von hirschen (II) | 01/20/2006 | 01:02h

zwei hirsche stapfen durchs gehölz
in der umgebung von bad tölz.

der alte spricht: ach, wie so schön
ist dieser wald durch den wir geh’n!

darauf der junge hirsch entgegnet:
wie wahr! Ob’s heute nochmal regnet?

[die hirsche denken asynchron
- wen stört das schon?]


№ 0457: von hirschen (I) | 01/20/2006 | 02:14h

zwei hirsche stapfen durch den wald
der eine jung, der andre alt.

der junge hirsch zum alten spricht:
der förster kommt heut’ sicher nicht,

denn diese nacht ist lausig kalt
da geh’n nur hirsche durch den wald!

es blitzt, ein knall: der junge fällt,
sein geist fliegt in die schattenwelt …

der alte hirsch verläßt die stätte
denkt sich nur: schnell, daß ich mich rette!

[siehst du den hirsch vorübergehn:
dann grüß ihn schön .... ]

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№ 0462 & № 0462b

Erstellt von admin am Sonntag 28. März 2010

Zeitumstellung 2010

№ 0462 | lebensspanne | 01/25/2006 | 08:33h

die zeit die uns gegeben ist
ist endlich - was man oft vergißt
doch kommt das ende langsam näher
fließt uns’re zeit vermeintlich zäher
es ist als ob auf diese weise
verzögert wird die letzte reise
die uns - bevor wir hingerafft
hoffnung hier, im diesseits schafft
doch zeit ist endlich - denke dran:
die lebensuhr hält niemals an!

№ 0462b | lebensspanne (variante b) | 01/25/2006 | 11:40h

die zeit die uns gegeben ist
ist endlich - was man oft vergißt
doch kurz vor’m ende - wie in wellen
fließt die zeit gleich wasserfällen
es ist als ob auf diese weise
beschleunigt wird zur letzten reise
die uns - bevor wir hingerafft
hoffnung hier - im diesseits - schafft
die zeit ist endlich - denke dran:
die lebensuhr hält niemals an!

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№ 0477: metamorphose(-n) …. (2)

Erstellt von admin am Samstag 27. März 2010

wärn sie ein hund und liefen auf vier beinen
wie würd’ die welt dann ihnen wohl erscheinen?

sie müßten katzen stets verbellen,
ihnen den weg ins haus verstellen,
sie - trotz der maus im maul - anknurren,
mögen sie noch so freundlich schnurren.
ihnen sogleich das futter rauben
- wenn sie sich umschaun’ nach den tauben.
und wenn die katzen sie ‘mal kratzen
mit ganz bestimmt nicht weichen tatzen
sondern mit krallen messerscharf
beißen sie nicht - weil man’s nicht darf ….

wärn sie ein hund und liefen auf vier beinen
würd’s ihnen auch noch gut erscheinen!


Zuerst veröffentlicht:
DATE: 09/23/2006 00:04

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№ 0483: von tageszeiten

Erstellt von admin am Samstag 27. März 2010

es ist - vor allem spät zur nacht -
das denken, das uns unruhig macht.
des tages mühen sind dahin
da kommt uns vieles in den sinn:
und anderntags - man freut sich drauf -
wacht man ganz sorglos wieder auf ….


Zuerst veröffentlicht:
DATE: 05/30/2006 01:42

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№ 0061: jemand

Erstellt von admin am Freitag 20. November 2009

“jemand” war’s, der mist gebaut,
“jemand” hat nicht nachgeschaut,

“jemand” sollte endlich nun
was zu erledigen auch tun.

wenn etwas fehlt - der “jemand” hat’s
es ist nicht mehr an seinem platz!

“jemand” hat kaffee vergessen,
“jemand” hat’s heimlich aufgegessen.

wenn man an diesen “jemand” denkt
sich gleich der ärger auf ihn lenkt.

was “jemand” für uns alle schafft:
immer “voll da” - mit aller kraft!

Zuerst veröffentlicht:
06/20/2004 10:52

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№ 0060: gestalt I

Erstellt von admin am Freitag 20. November 2009

Wo jugendlich die Form einst war
machen Muskeln sich jetzt rar
sie sind ersetzt durch Massen Fett
und träge wird der Mann im Bett …

Allein, der Zahn der Zeit nagt auch
an Frauen: Falten wirft der Bauch
und auch die Brust wird etwas schlaffer
das Haar wird kurz, meist auch noch glatter …

Sie gleichen, beiderlei Geschlechts,
sich mehr und mehr von links und rechts
- wenn sie dann noch ein Haustier halten
hat’s rundum oft die gleichen Falten …

Zuerst veröffentlicht:
06/19/2004 03:01

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№ 0056: orientalisches I

Erstellt von admin am Freitag 20. November 2009

es sprach der scheich zum grosswesir:
fünf neue frauen hab ich hier
die erste näht und flickt die kleider
die zweite schön, doch unnütz - leider
die dritte kocht mir schwarzen tee
die vierte präpariert’s buffet
die fünfte aber ist ganz dreist
weil ständig sie die tür mir weist
drum schaff’ mir flugs ‘ne sechste her
sonst wird das leben mir zu schwer!

der wesir bleibt stumm und denkt:
wie klug das schicksal es so lenkt:
frau’n eins bis vier sind pflegeleicht
bei fünf er nie etwas erreicht
statt sich mit einer zu bescheiden
muss er jetzt unter fünfen leiden!
und jede weit’re das ist klar,
macht es nur schlimmer als es war.
jedoch er spricht: sehr wohl mein herr,
ich werde entsprechen dem begehr.

auf zum basar mit frohem mut
er sich sodann begeben tut.
dort sucht er aus die schönste maid
gazellengleich, im glitzerkleid
mit hellem lachen, wortgewandt
wie er nach strenger prüfung fand.
sie ward dem sultan angetraut
und “ab!” gings mit der neuen braut.
vergessen war’n die alten sorgen:
er fand kaum schlaf - bis in den morgen!

so trieb’s der sultan tagelang
bis eines tags der ruf erklang:
der sultan ist dahingeschieden!
trauern soll’n alle die ihn liebten.
der wesir wiegt leicht den kopf
und denkt: so ging er hin, der tropf!
hätt ich - auch vorsichtig - gemahnt
und vor den folgen ihn gewarnt
hätt er mit strafe mich bedacht,
vielleicht, noch schlimmer, ausgelacht!

ironie des schicksals war
was kurz danach am hof geschah:
der wesir die witwe freite …
in freuden leben sie noch heute.


Zuerst veröffentlicht:
DATE: 06/11/2004 11:36

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№ 0035: Vom Regen ….

Erstellt von admin am Sonntag 15. November 2009

Die güld’ne Sonn’ am Himmel steht,
ein laues Lüftchen aufwärts weht.
Nimmt mit sich sehr viel Wasserdunst
daraus entsteht manch’ Wolkenkunst.
Sie steigt hinauf in große Höh’n
bis wir sie - unten - nicht mehr seh’n.

Wenn kalt ihr wird am Firmament
ist nichts mehr was die Tröpfchen hemmt:
Sie ballen sich, die Tropfen wachsen,
dreh’n heftig sich um alle Achsen,
und fallen schließlich zu uns runter.
Wird’s viel dann geh’n wir alle unter ….

Bleibt es dagegen moderat
wird mit Lob gar nicht gespart.
Im Frühling heißt es: Gut so, Regen!
Die Pflanzen brauchen’s, so ein Segen!
Im Sommer spricht man: Endlich Regen!
Wir konnten vor Hitz’ uns kaum bewegen!

Doch in den ander’n Jahreszeiten
kann man den Regen nicht gut leiden.


[zuerst veröffentlicht am 05/17/2004 10:45 h
in dem eingestellten weblog "toomuch"]

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№ 0034: m m m - oder: “Neid” ….

Erstellt von admin am Sonntag 15. November 2009

Es sprach einst der Wesir
zu seinem Eseltier:

Vier Beine - doch so dumm,
stehst meistens nur so rum!

Wie der Wesir erschrak
als dann der Esel sprach:

Ich bin vielleicht sehr dumm
doch schau mal an mein’n mmm

Da wirst vor Neid du blass
zweibein’ges Menschenaas!


[zuerst veröffentlicht am 05/17/2004 10:25 h
in dem eingestellten weblog "toomuch"]

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№ 0022: (Ver-) Änderungen

Erstellt von admin am Sonntag 15. November 2009

Frühling bringt Grün zurück in’s Land.
Im Sommer kriegt man Sonnenbrand.
Nach Regenguss Kakteen blüh’n.
Vögel im Herbst nach Süden zieh’n.
Im Winter macht die Sonn’ sich rar.

Allein der Mensch ist rund um’s Jahr
so wie er letztes Jahr schon war.


[zuerst veröffentlicht am 05/07/2004 07:00 h
in dem eingestellten weblog "toomuch"]

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